Soleado, Fiore di corallo / Mandrea (Arco)

Nachdem wir beide einem Vollzeit-Job nachgehen und nicht die Möglichkeit haben, nach einem meteologischen Kaffee-Tratsch die besten Bedingungen abzupassen, um dann mal schnell an die Zinnen zu jetten, blieb uns nur die Flucht aus den winterlichen Dolos nach Arco. So richtig stabil war’s hier zwar auch nicht, dafür um fast 25°C wärmer und die Wände um Mandrea waren bislang auch noch unbekannt.

So viel die erste Wahl auf die Soleado. Erst mal den Einstiegsbaum gefunden, geht’s los. Gut mit Bolts abgesichert zieht sich die Tour in einem Zick-Zack durch die Wand, um auf ihre 14 Längen zu kommen. Mal abgesehen von der Linienführung ist die Kletterei wirklich gut und bietet alles von Platten bis zu laktatfördernden Überhängen.

Im Topo sind oben zwei Längen mit Passagen A0 beschrieben. Die erste Länge sieht erstmal brüchig aus, ist aber fest und genial zum klettern und liegt etwa bei 7b/7b+. Die zweite A0-Stelle in der anschließenden Länge ist ein kurzer Boulder, ca. 7a/7a+.
Wer noch Luft hat, sollte unbedingt die Mimovariante (7c) klettern. Wenn die Länge gesichtet wird, weiß warum ;-)

Von der Soleado hat man unten einen guten Ausblick in die cleanen Risse der Fiore di corallo. Und nachdem wir jetzt schon mal die ganze Alpinmontur dabei haben – was hier eher selten der Fall ist… – starteten wir am nächsten Tag in die Selbige. Risse, Verschneidungen, Platten, Sinter, … – alles was man braucht. Während bis zum Band die Stände saniert wurden (Stand Juli 2011), sucht man Bolts danach vergebens. Aber großteils lässt sich die Kletterei gut absichern und meist stecken alle hilfreichen Haken. Falls mal in den beiden A0-Passagen ein Hakl gezupft wird, ist derjenige glücklich, der Hammer+Haken dabei hat ;-) Lässt sich bestimmt frei klettern, wollt’s aber eben aus diesem Grund nicht riskieren, testen zu müssen, ob alle Haken auch Flugmetern gegenüber gewachsen sind…

Facts
Soleado + Mimovariante (7c, 350m)
Mandrea, Arco

Schöne, gut mit Bolts gesicherte Sportkletterei mit einigen Quergängen. Wie oben beschrieben lassen sich die A0-Stellen auch gut frei klettern bzw. wer noch Dampf hat muss den Direktausstieg mitnehmen!

Material: ca. 12 Exen

Fiore di corallo (6b, 350m)
Mandrea, Arco

Die Tour zieht gleich rechts der Soleado durch die gleiche Wand hoch – aber in klassischer Manier und es gibt Risse, Verschneidungen, Platten in allen (Un-) Arten zu Überfluß ;-)

Material: kleine bis große Rocks + Cams, evtl. Hammer+Hakl für Freikletterambitionen ;-)

Topos: Hohe Wände im Sarcatal, Versante Sud

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Predigtstuhl NO-Verschneidung (Koaser)

Während am Samstag bei bestem Wetter die kulinarischen Köstlichkeiten einer Hochzeit in Anspruch genommen wurden, wollte selbiges am nächsten Tag wieder verdaut werden. Nach ganzen 3h Schlaf ging’s mal wieder auf der Suche nach alpinen, bohrhakenfreien Klettermetern in den Kaiser. Über der Griesner Alm thront die markante NO-Verschneidung am Predigtstuhl: heute endlich mal unser Ziel…
Kurz gesagt: die Tour entfaltet voll ihr klassisches Kaiserpotential ;-) Vom Einstieg betrachtet war der erste Gedanke: Boa, geile Verschneidung. Der Zweite war dann: Mmh, sieht ganz schön breit aus, die Rissverschneidung. Beides hatte seine Berechtigung.

Gewisse Ähnlichkeit mit den Pumprissen besteht fast: beide 1977 erstbegangen, beide Risse bisserl „oversized“, beide bisserl spannend in der Absicherung, die Anzahl an Hakl sehr überschaubar und auch in 2011 frei von Bolts. Also, was will man mehr ;-)

Mit dem Zu- und Ausstieg der Nordkante, kommen auch ein paar Meter zusammen. Obwohl die schweren Längen der Nordkante umgangen werden ist die Umgehungsvariante nicht unbedingt einfacher…

Außerdem fällt die Tour mal wieder in die Kategorie der klassischen 6er: Hey, des war jetzt mal gar nicht so leicht! Also: ein genialer, spannender Tag.

Facts
Nordostverschneidung [6+, 200m, E4+]
Predigtstuhl, Wilder Kaiser

Klassisch, alpine Verschneidungskletterei der Größe „oversized“ mit herben Charakter = super Tour! Der Zustieg über die Beichtstuhlscharte und dem Weiterweg über den N-Grat runden das Programm ab.

Material: Satz Rock + Cams (evtl. schonen die Größen > #3 etwas die Nerven?!?), evtl. schaden Hakl+Hammer nit

Topo: Panico Wilder(er) Kaiser oder AV-Führer Wilder Kaiser – extrem

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Gian, Giachen und Ueli

Zwei der vielleicht bekanntesten Bewohner Graubündens sind vermutlich Gian und Giachen – die zwei Steinböcke. Angefangen hat’s ja schon mit den Lästereien über Mountainbiker. Jetzt gehen sie auch noch auf die Kletterer los. Aber das ist einem Ueli Steck doch zu viel… ;-)

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Taghia (Marokko)

Wieder einmal ging’s zum Klettern nach Afrika. Dem Land der ewigen Sonne, hohen Temperaturen, Wüsten, Trockenheit – und dazwischen jede Menge toller Felsen. Diesmal hieß der Ort der Begierde Taghia im Hohen Atlas.
Typisch Klischees: Die Anreise von Marrakesch über Azilal nach Zaouiat Ahansal entpuppte sich als äußerst feucht.Dafür empfing uns am nächsten Tag die Sonne :-) Und ein erstes leckeres Frühstück in der Gîte von Mhamed Fekkak. Von Zaouiat Ahansal führte ein wunderschöner Weg hoch in das kleine Berber-Dorf Taghia, welches in einem Kessel eingerahmt von genialen Wänden lag. Zudem faszinierte uns von Anfang an die kontrastreiche Landschaft. Fein, hier lässt’s sich erstmal aushalten!Der typische Stützpunkt für fast alle Kletterer in Taghia ist die schöne Gîte von Saïd, in der er und seine Familie für das leibliche Wohl der Kletterer sorgen.Am Abend, so um 20:30/21 Uhr rum, trifft man sich am großen Tisch und nach der üblichen gelben Suppe mit leckerem Fladenbrot gibts Tajine in den drei Varianten: a) mit Brot, b) mit Pasta, c) mit Couscous. Danach Melone oder Orangen als Nachspeise inklusive dem obligaten, leckeren und gut gesüßtem Tee.

So gestärkt kann’s endlich ans Klettern gehen:

La Zebda [7b+, 250m]
Paroi des Sources

Die Paroi des Sources ist die am schnellsten zu erreichende Wand. Neben ein paar leichteren Touren ist einer der Klassiker schlechthin die Zebda. Zu Beginn kommt gleich mal die Schlüssellänge an einem Sinter. Danach folgt fantastische, steile Wandkletterei. Einfach genial! Und zu Fuß ist man dann auch schnell wieder zurück in Taghia.
5 von 5 Sterne.

Canyon Apache [6c+, 355m]
Timrazine

Ebenfalls sehr beliebt – und dies zu recht – ist die Canyon Apache. Schon allein der Zustieg in die Schlucht zwischen dem Timrazine und dem Taoujdad ist die Tour wert. Die Kletterei bietet alles von plattigen bis zu steileren, gutgriffigen Passagen.
4 von 5 Sterne.

Ferrata Berbère…

Haben oder Sein [6b+, 240m]
Paroi de la Cascade

Etwas außerhalb der Schluchten liegt die Paroi de la Cascade mit ein paar schönen, leichteren Routen, einem Wasserfall (wenn er denn ist…) und schönen Ausblicken über die Berge um Taghia. Laut der Touren-Bibel in der Gîte ist die Haben oder Sein einen Besuch wert. Leider waren die ersten Längen teils ganz schön erdig und die Boltplatzierung etwas dubios. Aber ab der Hälfte wurds dann wieder richtig gut! Der Ausflug wird dann noch mit einem Abstieg über einen klassischen Berber-Steig mit dem markanten tire-bouchon (Korkenzieher…) abgerundet ;-)
3 von 5 Sternen

tire-bouchon beim Abstieg…Ebenfalls an der Paroi de la Cascade wurden von Arnaud Petit & Co zwei neue, eher anspruchsvollere Touren eingerichtet: Babybel [7c+/8a, 220m] und Walou Bass [8c, 150m].

Baraka [7b, 680m]
Oujdad

Eine ebenfalls sehr begehrten Touren ist die Baraka, welche über den SW-Pfeiler des Oujdad verläuft. Die erste Hälfte bietet die schönsten und schwersten Klettermeter. Danach wird’s leichter und bisserl alpiner. Oben am Gipfel kann man ein tolles 360° Panorama über den Hohen Atlas genießen. Und damit bis zum Schluss keine Langeweile aufkommt darf man während des ersten Teils beim exponierten Abstieg beim Abklettern nicht die Steinmänner verpassen…
4 von 5 SterneDie beiden Belgier Sean und Mike in Atlante Perverso [8a, 350m] am Oujdad, die neben der benachbarten Hard Swing and yellow soup at 20:30 [8a+, 400m] eine der neueren Touren um Taghia ist. Weiter rechts befindet sich die wohl eher anspruchsvolle La Mano de Maroc [7b+, 400m].
Neben den ganzen Touren auf der Nordseite des Oujdad lohnen neben der Baraka unter anderem auch noch die etwas plattigere Tout pour le club [7c, 270m], die kleingriffige Shukran [7c, 380m] oder die Barracuda [7c+, 600m].Pausentage – um auch der Haut wieder etwas Erholung zu gönnen… :-)
Wandern, Landschaft erkunden, Lesen, Topo schmökern, Tee drinken, …Ach ja, das Frühstück: die gute La Vache qui rit begleitet einem wohl in allen nordafrikanischen und arabischen Ländern. So gutgelaunt kann der Tag kommen… ;-)

Les rivières pourpres [7b+, 550m]
Taoujdad

Beeindruckend steil zeigt sich die Nordseite des Taoujdad. Hier haben sich bereits auch die Jungs vom DAV Bigwall-Kader mit D’Antonion und die drei Musketiere [7c+, 400m], Fata Morgana [7c, 400m] und Mastermind [7c+, 130m] ausgetobt. Daneben gibt es den hoch gelobten Klassiker Les rivières pourpres. Steil und anhaltend mit genialen Längen zieht die Tour aus der Schlucht hoch. Happy End: die Schlüssellänge wartet ganz schön weit oben… Eine unserer besten Touren hier!
5 von 5 Sternen.Übrigens: der Fels ist so rau, dass er sich auch bei Regen noch gut klettern lässt ;-) Beim Abstieg im Gewitter kommt man bei der Suche nach trockenen Stellen in engen Kontakt mit den einheimischen Schafen…

Au nom de la reform [6c, 340m]
Taoujdad

Etwas mühsamer Zustieg und kürzere Kletterei, aber trotzdem schön: Au nom de la reform an der etwas zahmeren SW-Seite vom Taoujdad. Dafür tolles Ambiente, wenn man langsam aus der Schlucht zwischen Oujdad und Taoujdad rauskommt. Man kann entweder nach der letzten schweren Länge abseilen oder noch über drei leichtere Längen bis zum Gipfel klettern. Allerdings für einen Aktiv-Erholungstag gar nicht so leicht…
4 von 5 Sternen. Nachmittägliches Fußballspiel bei der Gîte, bevor’s wieder in die Schule ging…Tom träumt vom Essen: ein saftiges Rind – mit Tajine ;-)

l’Axe du mal [7c, 500m]
Tadrarate

Die Wände der Tadrarate bieten die vielleicht abgelegensten Klettereien um Taghia. Nach dem Passieren der Baraka geht’s weiter in eine Schlucht, bis sich vor einem die riesige Wand aufbaut. Zwar weniger steil als die N-Wand am Taoujdad, aber mindestens ebenso anhaltend ziehen hier einige anspruchsvolle Routen durch die kaum strukturierte Wand. Einfach nur genial! Neben der bestimmt spannenden Sul filo de la notte [7c+, 570m] der Kombo Larcher/Oviglia/Paissant und dem hiesigen Pendant des Yosemite-Klassikers Astroman, der cleanen Rouge Berbere [7b, 560m] ist die l’Axe du mal die beliebteste Tour an der Wand – zu recht! Und auch unser Ziel. Wobei die Hürde schon mal darin besteht, trockenen Fußes während der zahlreichen Bachüberquerungen den Einstieg zu erreichen.
Weiter rechts gibt es unter anderem noch die beiden Touren Widmo [8a, 400m] und  Le grand carnaval [8a+, 400m], die angeblich beide ebenfalls sehr lohnend sein müssen.
5 von 5 Sternen.Nach der l’Axe du mal verspürten unsere Arme und Finger gerade wenig Lust, nochmals für einen halben Tag lang kleine Griffe halten zu müssen. So genossen wir einfach noch den letzten Vormittag in Taghia, bevor Mohamed mit Muli uns abholt… Rückkehr nach Zaouia Ahanesal…Mittagessen: ein letztes mal nach 2 Wochen TajineAnkunft in Marrakesch: Kulturschock, Hitze, Lärm, …Koutoubia-MoscheeDjemaa el Fna und das Souk-LabyrinthInfos Taghia / Hoher Atlas, Marokko

Wo fängt man mit Infos nur an?!? Erstmal das Wichtigste:

Topos
Ein umfangreiches Topo von 2007 gibt es von Christian Ravier: Taghia Berbères.
Die meisten Topos finden sich im Netz entweder auf Escalades de Taghia oder rhemi-thivel.com.
Ansonsten hilft bei den neueren Touren Google weiter.
Zudem findet man auf jeden Fall in der Gîte von Saïd alle – auch die neuesten – Topos.

Material
Das Repertoire reicht von klassisch, alpinen Unternehmungen bis hin zu komplett eingerichteten Sportklettereien. Wobei bei den meisten Touren ein Büschel Exen ausreicht. Je nachdem, was man vor hat, sollte folgendes Equipment ins Gepäck:
60m Halb-, Voll-, Zwillingsseil
16 Exen
je 1 kleiner Satz Rocks, Friends
Für die anspruchsvolleren, cleanen Risstouren (u.a. Rouge Berbère, Cosmic Roof, …) werden 2 Sätze Friends von Micro bis Makro inkl. Rocks empfohlen.
Je nach Vorlieben kann meist auch gut ein Rucksack oder Haulbag nachgezogen werden.

Reisezeit
Taghia liegt auf ca. 1900 m Mitten im Hohen Atlas. Beste Zeiten sind normalerweise das grünere Frühjahr (April/Mai) und der stabilere Herbst (September/Oktober). Natürlich kann man auch ausserhalb dieser Zeiten gute Verhältnisse antreffen, genauso auch schlecht innerhalb dieser Perioden…

Anreise
Taghia liegt ca. 200km östlich von Marrakesch. Die Anreise teilt sich prinzipiell in drei Etappen auf:
1) Marrakesch -> Azilal; gute Teerstraße; ca. 2-3h
Gut Möglich mit Bussen ab Marrakesch für ein paar Dirham.
2) Azilal -> Zaouiat Ahansal; teils Teer, teils Schotterpiste; 2-3 h
Es fährt ca. 1x am Tag ein Sammeltaxi/-bus. Oder sich ein teureres Taxi nehmen.
3) Zaouia Ahanesal -> Taghia; Wanderweg; 2h
Von den Gîtes aus lassen sich Mulis für den Gepäcktransport organisieren.

Es besteht auch die Möglichkeit, sich über Saïd die komplette Anreise organisieren zu lassen, um sich etwas Zeit zu sparen bzw. falls man über weniger gute Französischkenntnisse verfügt. Oder eine Mail direkt an: info.taghia@yahoo.fr
Unsere Erfahrung mit Mohamed war super und für 2 Wochen rund-um-sorglos-Paket haben wir ca. 350€/Nase gelöhnt (Anreise, Gîtes, Essen, …).

Übernachtung
Marrakesch bietet zahlreiche günstige Hotels rund um die Djemaa el Fna.
In Zaouiat Ahansal haben wir in der Gîte von Mhamed Fekkak übernachtet (gitefekkak@yahoo.fr, Mobile: +212.6.48980280, Fix: +212.5.23459392, ca. 12€ HP). Desweiteren gibt es Ortsausgang Richtung Tahgia noch eine weitere Gîte.
Für Übernachtungen ist bei Kletterern vor allem die Gîte von Saïd der Klassiker (gitesaid1@yaoo.fr, Mobile: +212.6.68246536, Fix: +212.5.23459290, 10€ HP).

Essen/Zusatznahrung/Gesundheit
Es lohnt sich von Europa Müsliriegel, Schoki etc. für die Touren mitzunehmen. In Marrakesch gibt es auch die Möglichkeit, in Supermärkten nochmals groß einzukaufen. Ansonsten wird man gut und ausreichend versorgt – wenn auch immer mit Tajine ;-) In Taghia selber kann man in einem kleinen Laden z.B. Fischdosen und Cola kaufen.
Um nicht den Urlaub auf dem Klo zu verbringen sollte man einerseits auf die übliche Regel „cook it, boil it or forget it“ hören und zudem auch das Wasser sicherheitshalber mit Micropur vor dem Trinken behandeln. Vielleicht kommt man auch ohne durch; who knows…
Eine Reiseapotheke mit den üblichen Zutaten für solche Länder kann prinzipiell nicht schaden. Zwar ist alles gut erschlossen, eine Bergrettung oder ähnliches ist allerdings Fehlanzeige…

Mehr gute, schöne und ausführliche Infos zum Klettern in Taghia – auch von heuer findet ihr auf Meli’s Blog: meliintheworld.blogspot.com
Dort gibt’s auch ein sehens- und hörenswertes Video (Musik = Livemitschnitt!) von Spaniern, die zur gleichen Zeit dort waren.
Tipp zum telefonieren in Marokko
Vor ein paar Jahren wurde das komplette Telefonnetz nach französischem Vorbild umgekrempelt. Dies bedeutet, dass als Festnetznummern mit 05., alle Mobilnummern mit 06. anfangen. Alle anderen Nummer können vergessen werden…

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Weg der Nasenbohrer (Schüsselkar)

Um einen Besuch aus Peru unsere ebenfalls schöne Bergwelt klettertechnisch zu begeistern, stand ein Besuch der Chinamauer für den einen, und ein Abstecher an die Schüsselkar für den anderen Tag an.

Schwierig war nur, eine Auswahl an der Südwand der Schüsselkar zu treffen. Nachdem aber einige am Vortag begeistert von den Nasenbohrern gesprochen haben, und die Tour zudem einen entspannten Klettertag bieten würde, fiel die Entscheidung hierfür.
Vorweg: die Entscheidung war super ;-)

Begeistert vom schönen Puitbachtal standen wir nach den üblichen gut 2h am Einstieg. Dann ging’s los. Ganz schön steil das Gemäuer, aber immer gespickt mit meist guten Griffen ging’s die ersten Längen hoch. Etwas pumpiger wurde dann das Ende der ersten 8-. Am Stand angekommen hängt man dann schon mal ordentlich in der Luft. Die zweite 8-, ein strammer 8er ;-), bot zwei diffizielere Stellen, danach wurd’s leichter und nun mit sowohl abnehmender Schwierigkeit und Bohrhakendichte kamen wir am Grat oben an.

Für mich ist das Panorama hier oben immer wieder Gewaltig. Für Michel war’s dies ebenfalls! Nach einer Pause seilten wir wieder über die Tour ab. Bei der unteren Hälfte müssen immer wieder ein paar Bolts eingehängt werden, was zu netten Pendlern für den Zweiten sorgt :-)
Alternativen wären noch die Abseiler über die Wolke 7, Knapp-Köchler oder der Normalabstieg.

Auf jeden Fall war die Wahl ein voller Treffer und Michel hat die beiden Tage hier ebenfalls voll genießen können, bevor es für ihn wieder zum arbeiten zurück nach Huaraz geht um seine Gäste wieder auf die 5000 und 6000er der Cordillera zu führen.

Facts
Weg der Nasenbohrer (8-, 200m)
Schüsselkar, Wetterstein

Steile und ausgesetzte Kletterei die einfach Laune macht! Oben wird’s dann kurz etwas diffizieler, bevor’s leichter oben raus läuft.
Die Absicherung ist prinzipiell richtig gut. Aber besonders oben raus können ein paar mittlere und größere Keile nicht schaden. Sonst reichen 12 Exen und 60m HS.

Kleiner Tipp zur Routenfindung in der 1. Länge: die erste Ansammlung von zwei Bolts inkl. einer verranzelten Schlinge, die aus einer Schuppe rauskommt, eignet sich zwar gut, um schöne Bilder zu machen, aber deutlich bequemer ist der eigentliche Stand ein paar Meter weiter oben in der Grotte.

Topo: Panico – Wetterstein Süd

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Martin-Busch-Runde: Similaun – Marzellsp. – Hint. Schwärze – Mutmalsp.

Ob es an dem Wochenende die richtige Wahl war, ins Hochgebirge zu starten, da es hier wohl deutlich weniger Neuschnee hatte als z.B. in den Nordalpen, weiß ich nicht. Aber definitiv konnte man mit Ski vom Auto aus starten ;-)

Ziel war eine Runde um die Martin-Busch-Hütte, die ein Spezl mal gemacht hatte und die einige der Klassiker dort verbindet. Und wenn man schon nicht länger Zeit hat, dann wenigstens an einem Tag die meisten Berge rund um die Hütte abklappern…

Start war frühmorgens in Vent. Über die Martin-Busch-Hütte ging’s auf den Similaun. Danach folgte eine kurze Abfahrt ins Similaunjoch, von dem man aus bald auf der Mittl. Marzellspitze steht. Zeit für einen Power-Bar :-) Kurz ins östl. Marzelljoch abgefahren und weiter hinab bis zur Aufstiegsspur zur Hint. Schwärze. Während noch zwei die Nordwand hochpickelten – dank Blankeis schied diese Abfahrtsvariante aus – stand ich schon bald auf dem Marzellferner. Nun etwas zacher folgte der sonnige Aufstieg zur Mutmalspitze. Während sich die Schneequalität bislang in Grenzen hielt, konnte ich bei der Abfahrt über den nordseitigen Mutmalferner endlich wieder schönen Pulver genießen. Nach einem kurzen Anstieg hoch zur Hütte – wobei es durch die Schlucht wohl auch noch gegangen wäre… – folgte auf der Abfahrt zurück nach Vent eine nervige Ski-an-aus-Orgie.

Etwas paniert kam ich dann nach 10h wieder am Auto an. Aber nach dieser lässigen Runde in den Ötztalern schon OK ;-)

Danke auch an den Michi für sein Bild aus der Similaun-Nordwand, wie ich so verlassen über das weitläufige Gletscherplateau zur Marzellspitze schlürfe… :-)

Facts
Rundtour Vent-Similaun-Mittl. Marzellsp.-Hint. Schwärze-Mutmalsp.-Vent (~2900hm)
Ötztaler Alpen

Super Rundtour, die sich mit einem Start von der Hütte entsprechend verkürzen lässt – oder auch erweitern ;-)
Eigentlich keine besonderen Schwierigkeiten, bis auf die Nordabfahrt von der Mutmalspitze, welche stark von den Verhältnissen am Hängegletscher abhängt – kann auch weggelassen werden.

Karte: AV-Karte Ötztaler Alpen, Gurgl

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Frühling…

Das muss man dem Frühling hoch anrechnen:
Alle Jahre besingen ihn die Dichter, und er kommt trotzdem immer wieder.
(Karl Valentin)

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